August 2018

Staatliche Investitionen in die Schieneninfrastruktur.
Die Allianz pro Schiene sammelt wirtschaftliche Daten des Schienenverkehrs. Danach liegen die pro-Kopf-Investitionen der Bundesrepublik für 2017 bei 69 €. Im Vergleich mit der Schweiz, die 362 €/P investiert, ist die Bundesrepublik damit weit abgeschlagen. Auch die Niederlande, Dänemark, Großbritannien, Schweden und Österreich übertreffen Deutschland um mehr als das Doppelte.

Alte Regel: ein Fehler kommt selten allein.
Im Kreuzungsbereich der S8 mit einer Autobahnbaustelle beschädigte ein Bagger die Oberleitung, wodurch der S-Bahn-Verkehr zum Flughafen zeitweise unterbrochen wurde. Problematisch, weil gleichzeitig die westliche Linie mit der S1 wegen Bauarbeiten gesperrt ist. Signalstörungen am Ostbahnhof haben darüber hinaus zu massiven Beeinträchtigungen des S-Bahn-Verkehrs beigetragen.

Brennerlinie bei Kufstein in der Diskussion.
DB und ÖBB müssen sich über die Verknüpfung der Gleise des Brennerzulaufs einigen. 3 Varianten werden vorgeschlagen, davon 2 Tunnellösungen. Eine österreichische Bürgerinitiative „keine Trasse ohne Tunnel“ lehnt die oberirdische Variante strikt ab.

Leistungssteigerung der Bahnstrecke München-Landshut.
Wie können künftig die Üfex-Züge, die zusätzlichen S-Bahnen, die vom Brenner zu erwartenden Güterzüge oder auch Fernzüge von München kommend in den Norden geleitet werden? Die Strecke München-Landshut ist heute schon stark belastet, nun braucht man Lösungen zur Leistungssteigerung. Diese soll im Programm „Bahnausbau Region München“ erarbeitet werden. Hierzu hat der Freistaat schon 2017 eine Studie in Auftrag gegeben, um Lösungsmöglichkeiten auszuloten und gegebenenfalls auch den 4gleisigen Ausbau zu prüfen.
Neu ist das Problem nicht, denn schon 1990 wurde eine Durchführbarkeitsstudie für einen 4gleisigen Tunnel bei Unterschleißheim erarbeitet, die Ergebnisse wurden aber nie umgesetzt. Es folgten Transrapid und weitere Analysen, aber es blieb 28 Jahre bei der zweigleisige Strecke nach Freising und Landshut. Maßnahmen zur Leistungssteigerung der genannten Bahnlinie sollen im Bundesverkehrswegeplan 2030 beantragt werden. Es bleibt also noch über 12 Jahre so wie es ist.

GoAhead fährt künftig auf der Strecke München-Lindau.
Nach der Fertigstellung der Schienenstrecke München-Lindau wird die Verkehrsgesellschaft GoAhead ab 2021-2033 den Bahnbetrieb übernehmen. Die bayerische Eisenbahngesellschaft hatte den Betrieb ausgeschrieben; GoAhead hatte das wirtschaftlichste Angebot abgegeben und alle Ausschreibungskriterien erfüllt. GoAhead ist deutsches Tochterunternehmen der gleichnamigen britischen Bahngesellschaft.

Heißer Sommer.
Die ungewöhnlich lang andauernde Hitzewelle macht der DB zu schaffen. Im Bereich Köln mussten mehrere ICEs ausfallen, weil Klimaanlagen und weitere Komponenten ihren Dienst versagten.
Besonders hart traf ein großer Bahndammbrand die DB, die deswegen den Zugverkehr auf der rechtsrheinischen Schnellfahrstrecke zeitweise einstellen musste. Die Brandursache ist unbekannt.

Bauboom.
Wegen laufender Ertüchtigungsmaßnahmen ist derzeit der Zugverkehr zwischen Buchloe und Memmingen eingestellt. Für die Dauer der Unterbrechung bietet die DB Schienenersatzverkehr an. Diese Maßnahme wird nun um 5 Wochen bis Mitte Oktober 2018 verlängert, weil die beteiligten Baufirmen zu sehr ausgelastet sind und die Baulose nicht rechtzeitig bewältigen können.
Auch auf der Strecke Rosenheim-Kufstein gibt es 5 Tage Schienenersatzverkehr, weil dort mehrere Brücken erneuert werden müssen.

Keine einfache Lösung für den künftigen Schienenverkehr nach Landshut in Sicht.
Der Inhalt der Baumgartner-Studie über die Ertüchtigung der Bahnlinie München-Freising-Landshut liegt der Öffentlichkeit noch nicht vor, er bewegt aber die Bürger und Ämter der Anwohnergemeinden erheblich. Peu à peu tröpfeln Einzelheiten heraus, bislang alles denkbare, aber keineswegs festgelegte Alternativen. Um 4 Gleise wird man für diese Relation nicht herumkommen. In erster Linie geht es wohl darum, die erforderliche Eingruppierung im Bundesverkehrswegeplan 2030 zu erreichen. Das aber geht nicht ohne vorherige Klärung des Streckenverlaufs. Die Anliegergemeinden positionieren sich jetzt und werden ihre Forderungen bündeln.

Eile nach Weile.
Seit vielen Jahren bemüht sich der Verein Vabosh (Verrückter Alter Bahnhof Oberschleißheim) um den Erwerb des ehemaligen, von der Bahn aufgelassenen Bahnhofsgebäudes zwischen den beiden Bahnübergängen in Oberschleißheim. Ziel des Vereins ist eine öffentliche Nutzung des historischen Gebäudes als Museum, Café oder Veranstaltungsort. Jetzt, nach mehreren 1000 Tagen des Wartens, hat die DB Immobilien die Interessenten zu einem Gebot aufgefordert und eine Bieterfrist von 7 Tagen eingeräumt.

Arbeiten am Bahnübergang in Oberschleißheim.
Die Gleiserneuerung an der Bahnstrecke Feldmoching-Freising-Landshut erfordert entsprechende Maßnahmen an der Kreuzung mit der Bundesstraße 471 in Oberschleißheim. Deswegen wird der Bahnübergang von Mitte bis Ende August mehrmals für Stunden oder Tage gesperrt. Umleitungen sind vorgesehen.

Im Landkreis München fehlen leistungsfähige Tangentialverbindungen.
Die sich halbkreisförmig um München erstreckende Autobahn ist überlastet, bei Störungen wirken sich diese auf die einzige durchgehende Tangentialverbindung B471 aus und führen dort ebenfalls zu Stauungen. Was fehlt, sind durchgehende und leistungsfähige ÖPNV-Verbindungen. Genau darüber beraten die Bürgermeister der Umlandgemeinden von Ottobrunn bis Oberschleißheim. Als Langfristlösung ist immer wieder eine Stadt-Umland-Bahn im Gespräch, die gegebenenfalls mehrsystemfähig sein muss. Weil der Verkehrsdruck rascher steigt, als die Umsetzungsmöglichkeit, werden zunächst einmal Expressbuslinien ins Visier genommen.

Der Verkehrsdruck nimmt zu.
Die Einwohnerzahl Münchens steigt rascher als die Verkehrsleistung des MVV. Deswegen werden im Münchner Planungsreferat jetzt schon Pläne zur Ertüchtigung des S- und U-Bahn-Verkehrs geschmiedet. Über den Nordring wird beispielsweise schon lange gesprochen, nun aber will man nicht erst bis zur Fertigstellung der 2. S-Bahn-Stammstrecke warten, sondern schon früher leistungsfähige Lösungen herbeiführen. Ebenso wird über eine funktionale Aufwertung des Südrings geplant mit einem Umsteigebahnhof an der Pocci-Straße. Da die Planungen zum Teil über die Stadtgrenze hinausgehen, muss sich das Planungsreferat mit dem Landratsamt und mit den umliegenden Gemeinden abstimmen.

Auswege nach Norden.
Allmählich sickern Einzelheiten der Baumgartner-Studie an die Öffentlichkeit. Zur Entlastung der Bahnstrecke Feldmoching-Freising sieht die Studie 2 Neubaugleise entlang der A 92 vor. Verschiedene Anschlussvarianten an das bestehende Gleisnetz im Süden werden diskutiert und bewertet. Dabei geht es darum, wo die Fernzüge aus dem Verkehrsstrom ausgefädelt werden können, zum Beispiel bei Neulustheim oder bei Allach und wie sie dann in die neuen Gleise neben der A 92 angeschlossen werden können. Bei der Neulustheim-Lösung wäre ein über 5 km langer Tunnel unter Obermenzing und dem Güterbahnhof notwendig, entlang der Autobahn könne die Bahn wieder oberirdisch bis zur Neufahrner Spange fortgeführt werden. Ob und wo auf dieser Strecke Güterzüge eingefügt werden, lässt sich aufgrund der bisherigen Nachrichten noch nicht erkennen. Inhaltliche Einzelheiten sind abzuwarten.